Ubuntu vs Windows

Warum nicht Linux?

Linux bietet moderne, freie und leistungsstarke Betriebssysteme mit allen Möglichkeiten für den privaten oder den professionellen Gebrauch. Anders als bei Windows oder MacOS sind die Betriebssysteme jedoch kostenlos, offen (für Veränderungen am Code) und ungemein vielfältig. Es gibt zahlreiche (Hunderte!) von Varianten. Das macht es für Anfänger zunächst etwas unübersichtlich. Prinzipiell ist es aber gar nicht so ausschlaggebend, mit welcher Variante man beginnt, es gibt jedoch einige, die den Einstieg erleichtern. Eine davon ist Ubuntu. 

In dieser Übersicht soll Ubuntu dem wohl bekanntesten Betriebssystem, Windows, gegenüber gestellt werden. 

Ubuntu Screenshot
well, windows 🙂

Ubuntu

Windows

Installation

Einfach mithilfe eines bootfähigen USB-Sticks oder einer DVD. 
Zeitaufwand ca. 15 Min. 
Vor der Installation kann man Ubuntu ausprobieren, ohne irgendetwas auf die eigene Festplatte schreiben zu müssen (live session).

Einfach durch ein geführtes Menü. 
Zeitaufwändig, ca. 60 Min. 

Kosten

Umsonst. Wer will kann dem Entwicklerteam eine Spende zukommen lassen.

Kostenpflichtig

Umfang

Ubuntu ist ready to use, bietet also alles, um direkt loslegen zu können. Von den notwendigen Treibern für einen Touchscreen über Internet-Browser, Bildbetrachter, Medienwiedergabe, Office-Programmen und persönlichen Einstellmöglichkeiten ist alles Notwendige enthalten. Puristen können auch mit einer minimalen Installation beginnen und dann nur die gewünschten Komponenten installieren. 

Auch Windows enthält zahlreiche Anwendungen, die zum Arbeiten oder für den privaten Gebrauch nützlich sind. Allerdings sind einige davon kostenpflichtig (Office!). Und – je nach Vertriebsart – sind beim Kauf schon allerlei Programme vorinstalliert, die man eventuell gar nicht haben möchte und die das System unnötig belasten (Bloatware). 

Spiele

Zugegebenermaßen ist das Angebot für Linux (noch) nicht so umfangreich wie für Windows, auch wenn es eine Vielzahl an linuxkompatiblen Spielen gibt. Jedoch kann man die Plattform Steam nutzen, um auf zahlreiche Spiele zuzugreifen. Eine weitere Möglichkeit, wenn auch ein wenig knifflig, ist das Einrichten einer virtual machine, in der dann Windows läuft. Auf diesem Umweg sichert man sich den Zugang zu Windows-kompatiblen Programmen.

Hier bietet Windows ganz klar die größere Auswahl.

Sicherheit

Linuxsysteme gelten als sehr sicher. Das hat mehrere Gründe: zum einen ist das gesamte Betriebssystem durchgängig so ausgelegt, dass möglichst schon bei der Programmierung keine Sicherheitslücken entstehen (security by design). Zum anderen muss bei jeder Veränderung am System ein Passwort eingegeben werden. Es wird also nicht passieren, dass sich ein Update oder gar ein Programm unbemerkt installiert.  
Letztlich trägt die geringere Verbreitung von Linuxsystemen sicher auch dazu bei, dass Angreifer sich eher auf große Player wie Windows oder MacOS konzentrieren was zu weniger gezielten Angriffen in der Linux-Welt führt. 

Windows hat immer wieder Sicherheitslücken offenbart. Diese werden zwar immer schnell geschlossen, stellen aber ein nicht ungefährliches Restrisiko dar. Mit Hilfe von Firewalls und Antivirenprogrammen kann man als Privatanwender jedoch von einer relativen Sicherheit ausgehen, wenn man sich an ein paar grundlegende Regeln hält. Diese zusätzlichen Sicherheitsprogramme sind aber zum Teil auch wieder kostenpflichtig. 

In größeren Netzwerken wie in Firmen ist Windows häufig (erfolgreich) Zielscheibe von Angriffen mittels Trojanern, Ransomeware etc.) 

Stabilität

Linux läuft sehr stabil. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Distributionen. Generell gilt hier der Grundsatz: Wer ein besonders stabiles System möchte, dem stehen nicht immer die neuesten Features und Treiber zur Verfügung und umgekehrt. Als ‚rock solid‘ gilt z.B. Debian oder die LTS- (= long term support) -Variante von Ubuntu wohingegen die Release-Candidate-Versionen von Ubuntu zwar neuste Hardware unterstützen, aber dafür noch nicht auf Herz und Nieren geprüft wurde, also eventuell noch nicht so stabil sind.  
Man hat es also selbst in der Hand, für welche Variante man sich entscheidet. 

Programm- oder gar Systemabstürze bei Windows sind legendär und oft Inhalt von Spott und Häme. Man muss den Entwicklern aber zugute heißen, dass es in den letzten Jahren deutlich besser geworden ist. 
Die Tatsache, dass in kritischen Bereichen wie der Forschung, dem Betrieb von Servern oder beim Militär eher Linux als Windows zum Einsatz kommt spricht für sich.

Updates und Support

Die LTS-Versionen bieten Updates für fünf Jahre, kostenlose Major Upgrades gibt es üblicherweise alle zwei Jahre. 

Es gibt Benachrichtigungen über Updates, diese werden sich aber nicht automatisch im Hintergrund installieren, d.h. man hat es selbst in der Hand, den Zeitpunkt festzulegen. Updates benötigen meist nur wenige Minuten. Ein eventuell erforderlicher Neustart wird vom Nutzer initiiert. 

Umfangreicher Support auf Seiten wie askubuntu.com oder in Foren und Gruppen, teilweise auf Englisch. 

Updates für die gekaufte Version. Windows-Updates starten oft automatisch im Hintergrund und forcieren im Zweifel sogar einen Neustart was zu Datenverlust und Frust über lange Wartezeiten führen kann, da die Installation häufig sehr zeitaufwendig ist. 

Vielfältiger Support auf den offiziellen Microsoft-Seiten sowie in Foren und Gruppen. 

Hardwareunterstützung

Unterstützung für die meisten gängigen Hardwarekomponenten wie Grafikkarten, Wifi-Module, Chipsätze, Bluetooth-Geräte, Drucker. 
Ausnahmen können vorkommen bei spezialisierter Hardware wie manchen externen Soundkarten, 3D-Druckern oder Scannern.

Umfangreiche Hardwareunterstützung für so gut wie alle verfügbare Hardware.

Design und Anpassung

Das Design von Ubuntu ist elegant, der Workflow flüssig. Man benötigt nur eine kurze Eingewöhnungszeit, um zwischen Arbeitsflächen und Anwendungen zu wechseln oder in den Kalender zu schauen. Viele Tastaturkürzel können frei belegt werden. 

Ubuntu ist so ausgelegt, dass es für Einsteiger einfach zu nutzen ist. Das betrifft vor allem die Übersichtlichkeit. Menüs haben keine weit verzweigten Verschachtelungen, sondern sind stringent und logisch aufgebaut und es können viele grundlegende Einstellungen vorgenommen werden. Wer sich damit noch nicht zufrieden gibt, kann entweder Erweiterungen installieren oder Anpassungen direkt im Systemcode vornehmen. Es gibt andere Distributionen und Desktopumgebungen, die von Haus aus mehr Einstellmöglichkeiten mitbringen, z.B. Ubuntu Budgie oder Linux Mint. 

Das Design von Windows ist spätestens seit Windows 10 auch elegant und in Teilen anpassbar. Jedoch stößt man hier schnell an Grenzen und auch Tastaturkürzel sind nur in begrenztem Umfang konfigurierbar. Man kann gut damit arbeiten, aber im direkten Vergleich bietet Ubuntu elegantere Wege und mehr Möglichkeiten. Fairerweise muss man erwähnen, dass Windows auch recht viele Einstellungsoptionen bietet, die oft jedoch nur schwer zu finden oder unzugänglich sind. 

Energieverbrauch

Ubuntu gehört unter den Linux-Betriebssystemen nicht zu den sparsamsten ist aber im direkten Vergleich mit Windows deutlich weniger energiehungrig. Das Management von Hintergrundprogrammen ist einfacher und transparenter. 

Windows verbraucht viele Ressourcen, allein um das Betriebssystem am Laufen zu halten. Zudem starten Hintergrundprogramme oft unkontrolliert und unbemerkt. Gerade bei der Nutzung von Laptops im Akkubetrieb schneidet Windows deutlicher schlechter ab als linuxbasierte Systeme. 

Lizenz

Ubuntu hat wie fast alle Linux-Betriebssysteme einen offenen Quellcode, den jeder nach Belieben untersuchen, umschreiben und verbreiten kann. Das reicht von der Anpassung des Layouts bis zum experimentellen Bearbeiten des Grundsystems. 

Windows ist proprietär und kann weder unabhängig geprüft noch verändert werden. Das bedeutet, dass auch nicht immer klar ist was das Betriebssystem im Hintergrund so alles tut, ohne dass man es mitbekommt. 

Besonderheiten von Linux

Terminal

Terminal in Ubuntu

Die Kommandozeile ist für erfahrene Linuxnutzer ein zentrales Instrument, um Informationen über das System anzuzeigen oder Veränderungen daran vorzunehmen. Dabei sieht man als Oberfläche lediglich einen Texteditor ohne graphische Elemente wie Buttons oder Menüs. Das wirkt auf Beginner oft ein wenig befremdlich. Eine Nutzung von Ubuntu ist jedoch auch die Verwendung des Terminals möglich.  
Häufig kommt es erstmals zum Kontakt mit dem Terminal, wenn man Programme installieren möchte, die nicht im Ubuntu-Store gelistet sind oder wenn man z.B. das eigene Passwort ändern will. Durch die zahlreichen verfügbaren Anleitungen im Netz sind die dazu erforderlichen Schritte sehr einfach.

Installation / Deinstallation von Programmen

Ubuntu Store

Programme in Ubuntu zu installieren ist kinderleicht. Man öffnet das Ubuntu-Store, gibt den gewünschten Suchbegriff ein und klickt beim entsprechenden Ergebnis auf ‘Installieren’. Das Deinstallieren ist genauso einfach. Eine Besonderheit unter Linux ist jedoch, dass Programme und deren dazugehörige Komponenten dabei restlos entfernt werden und das gesamte System so dauerhaft gleich schnell bleibt und nicht mit der Zeit ‘zumüllt’. 
Seltener genutzte Programme sind manchmal nicht im Ubuntu-Store gelistet. Hier gibt es alternative Möglichkeiten der Installation: Liegt für das gefragte Programm ein Debian-Paket vor, lädt man es einfach herunter und löst mit einem Doppelklick die Installation aus. Andere Programme lassen sich mittels Terminal installieren. Hierzu genügen meist zwei bis drei kurze Befehle.

Datenschutz – keine Cortana

Eine auf künstlicher Intelligenz basierende Assistenz wie Cortana, Siri oder Google assist fehlt in Ubuntu. Jedoch gibt es eine globale Suche, die – je nach Wunsch und Einstellungen – den Rechner, die eigenen Dateien oder auch das Netz nach dem eingegeben Begriff durchsucht. Zum Starten genügt ein einmaliges Tippen auf die Super-Taste (Windows-Taste) und die direkte Eingabe des Suchbegriffs. 
Der Datenschutz wird bei allen Linuxdistributionen sehr ernst genommen. Das geht sogar soweit, dass nicht einmal bekannt ist wie viele Rechner aktuell mit Ubuntu oder anderen Linux-OS laufen, da lediglich die Anzahl der heruntergeladenen Abbilder bzw. die Aufrufe der dazu notwendigen Seiten bekannt ist, aber kein Rechner im Hintergrund Daten an irgendeine zentrale Stelle sendet. 
Dennoch ist es möglich, Dateien, Kalender, Mails oder Kontakte mit bekannten Anbietern zu synchronisieren. Dazu gehören neben Google und Microsoft auch Dienste wie Nextcloud und Cannonical. Hierbei gelten natürlich dann auch die jeweiligen Datenschutzrichtlinien der Anbieter.